Buch schreiben: Drei Wege zum eigenen Buch

Sie sind Speaker, Coach, Trainer, Berater oder Dienstleister? Vielleicht tragen Sie sich schon lange mit dem Gedanken, ein eigenes Buch zu schreiben – Ihr Kollege brüstet sich auf Facebook immer mit seinem neuesten Werk, und Ihre eigenen Gedanken und Entwürfe liegen vielleicht schon angerissen oder fast fertig sortiert in der Schreibtischschublade?
Und dann kommt der Gedanke: Ja, schreiben kann ich es vielleicht – alleine oder mit Hilfe eines Ghostwriters.
Aber was dann?
Wie kommt mein Buch auf den Markt?

Dafür gibt es 3 Lösungen, die ich Ihnen im Weiteren vorstellen möchte.
Und je nachdem, welcher Typ Sie sind, werden eine oder zwei davon für Sie interessant sein.

Verlagssuche - Mythos Verdienst Lisa Keskin

Ihr eigenes Buch: Mit Mythen aufräumen

Reich werden Sie mit Ihrem Buch alleine nicht. Soviel vorweg.
Wieso Sie dennoch weiterlesen sollten, ist schnell erklärt:
Gerade als Speaker, Coach, Trainer oder Berater hat Ihr eigenes Buch einen ganz anderen, sehr hohen Wert.
Doch dazu später.

Was verdient also ein Autor? Üblicherweise viel zu wenig, speziell, wenn man den enormen Zeitaufwand berücksichtigt, den ein wirklich gutes Buch Sie kostet. Im deutschsprachigen Raum kann kaum ein Autor nur von seinen Buchveröffentlichungen leben. Selbst wenn Sie es schaffen sollten, einen Bestseller zu schreiben, wird von der Provision die Familie nicht satt.
Ausnahme: Sie schaffen es, Ihr Buch in x Sprachen übersetzt zu bekommen, die Filmrechte gut zu verkaufen und dann noch einen Hype auszulösen wie zum Beispiel J.K. Rowling mit ihrem Harry Potter.

Im Fach– und Sachbuchbereich werden ca. 10-15% des Netto-Ladenpreises als Provision bezahlt, bei reinen E-Book-Verlagen kann es schon mal wesentlich mehr sein. Aber so ein E-Book hat auch nicht das Renommee eines „richtigen“ Buchs.

Diese Angaben sind realistische Richtwerte. Sie sind jedoch nicht verbindlich und so kann je nach Finanzlage eines Verlags, dem Bekanntheitsgrad des Autors oder der Aktualität des Themas die Provision höher oder niedriger ausfallen. Die Provision wird zwischen Autor und Verlag vereinbart und im Verlagsvertrag schriftlich festgehalten.

Ihr eigenes Buch: Provisionen im Verlagswesen

Leider haben Sie hier allerdings als Erstlingsautor – sofern Sie nicht als Speaker schon einen wirklich bekannten Namen haben – keine guten Verhandlungskarten und müssen üblicherweise nehmen, was Ihnen angeboten wird. Oder eben nicht.

Bei den vielen seriösen Verlagen, die es glücklicherweise in der Branche gibt, können Sie davon ausgehen, dass man Sie nicht über den Tisch zieht. Und schon aus Eigeninteresse wird der Verlag sein Bestes tun, um Ihr Buch bekannt zu machen. Dazu gehören neben der Auslieferung an alle Buchhandlungen auch der Verkauf über diverse Online-Seiten wie Amazon und co., die Veranstaltung von Lesungen, das Anlegen von Facebook-Fanseiten und vieles mehr.

Dies gilt jedoch leider nur für die großen Verlage – bei den unzähligen kleinen sind Sie meist auf sich allein gestellt, und alles, womit Sie wirklich rechnen können, ist eine Vorauszahlung in der Höhe von ein paar hundert, bei bekannteren Autoren auch ein paar tausend, Euro und der kostenlosen Veröffentlichung.

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Zusammenfassung
Wenn Sie an einen „guten“ Verlag kommen wollen, brauchen Sie ein Exposé, Geduld und Glück.
Oder Sie garantieren eine Mindestabnahme von, sagen wir, 3000 Stück, die Sie dann selbst verkaufen und verschenken.

Der Verlag

An einen Verlagsvertrag zu kommen, ist nicht einfach – es ist sogar richtig schwer.
Selbst an einen kleinen Verlag, der kaum Werbung macht und sich um nichts anderes als den Druck und die Verteilung kümmert, kommt man als neuer Autor nicht leicht.
Und so manch einer hat schon bald 50 Exposés ausgeschickt und 30 Ablehnungen bekommen. Das heißt jedoch leider nicht, dass die anderen 20 Verlage interessiert sind – oftmals ist es so, dass dort nur so viele Exposés aufliegen, dass man mit der Bearbeitung nicht nachkommt.
Unmöglich jedoch ist nichts – und wenn Sie an einen renommierten Verlag wie Gabal oder Springer kommen, dann können Sie sich alle zehn Finger ablecken.
Eine Möglichkeit gibt es jedoch bei vielen großen Verlagen: Dass man nämlich eine Mindestabnahme garantiert, soll heißen, man kauft einen Teil der Auflage selbst. Was auf den ersten Blick nach einer Zumutung klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so übel.
Denn so haben Sie als Coach oder Speaker einen guten Verlagsnamen auf Ihrem Buch stehen. Und Sie verkaufen die Bücher ganz einfach bei Ihren Vorträgen oder legen Sie als Coach oder Trainer in Ihrer Praxis auf, verkaufen sie über Ihre Webseite oder schenken sie Ihren wirklich guten Kunden.

Zuschuss-Verlage: Verlag sucht Autor?

Bei Zuschuss-Verlagen trägt der Autor einen Teil der Herstellungskosten. Manchmal zahlt er sogar die gesamte Erstauflage selbst. Im Gegenzug sind die Honorare, die bezahlt werden, wesentlich höher.
Nämlich 30% vom Nettoladenpreis oder manchmal mehr.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt? Nein.
Tatsächlich klingt das zwar sehr gut, aber wenn das Buch nicht verkauft wird, dann gibt es auch kein Geld. Auf diese Art reduziert der Verlag das Risiko auf seiner Seite gegen Null und der Autor hat im schlimmsten Fall ein sehr teures Buch.
Das heißt, die Last, das Buch zu verlaufen, liegt beim Autor, denn der Verlag tut meist nicht viel außer einen schönen, aber nutzlosen Shop auf seiner Seite anzubieten. Diese Verlage verdienen ihr Geld mit der Herstellung von Büchern, nicht mit dem Verkauf. Und leider allzu oft wird dann die – vom Autor teuer bezahlte – Auflage billigst abverkauft oder dem Autor zum Selbstkostenpreis überlassen. So zahlen Sie als Autor möglicherweise zwei Mal für Ihr Buch, was nicht nur der Geldbörse, sondern vor allem auch dem Ego des Schreiberlings weh tut.

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Zuschuss-Verlage: Für Coaches und Speaker brauchbar?

Sicher wird es auch hier rühmliche Ausnahmen geben, aber die sind selten.
Wie erkennen Sie einen solchen „Verlag“? Ein Hinweis sind Anzeigen, in denen es heißt: „Verlag sucht Autor“, Anzeigen auf Google oder Facebook oder Werbemails. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass ein Verlag auf Sie oder einen anderen unbekannten Autor zukommt.
Wenn also die Suche allzu leicht ist, heißt es oft, ins Kleingedruckte zu schauen. Denn auf der Webseite finden Sie meist keinen Hinweis darauf, dass Sie für die Veröffentlichung zahlen müssen. Diese Verlage haben oft Namen, die sehr offiziell und vertrauenswürdig anmuten und sich nicht selten auf klassische Schriftsteller beziehen.

Selten finden Sie auf den Webseiten dieser Verlage einen Hinweis darauf, dass der Autor für die Veröffentlichung seines Buches überhaupt etwas zahlen muss — und schon gar nicht, wie hoch die Summe ist.
Für Sie als Speaker, Trainer oder Coach, der sein Buch in erster Linie als „10 Dollar Businesscard“ verwendet, ist der Gedanke, für die Veröffentlichung zu zahlen, prinzipiell überlegenswert. Doch dafür gibt es bessere Methoden.

Book On Demand: Verlag oder Druckerei?

Über Book-on-Demand ist man sich auch in Autorenkreisen nicht einig. Ich selbst habe vor Jahren mit der Verlautbarung, meinen Krimi bei BOD (einem der ersten Book On Demand-Verlage im deutschsprachigen Raum) herauszugeben und dort eine eigene Edition anzulegen, einen kleinen Eklat in einer Schriftstellerinnengruppe ausgelöst. Manche waren der Ansicht, dass dies eine gute Sache sein, andere wiederum waren empört oder bestürzt bei dem Gedanken, ihr Heiligtum als Book On Demand herauszubringen.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich die Damen aus heutiger Sicht  besser verstehe. Und dass es einen riesigen Unterschied gibt zwischen Belletristik und einem Sachbuch.
Als Sachbuchautorin hätte ich nach wie vor keine Hemmungen, Book On Demand zu verwenden, ganz im Gegenteil! Als Krimiautorin weiß ich mittlerweile, dass sich die Veröffentlichung über Book On Demand oder einen sehr kleinen Verlag nur dann auszahlt, wenn man selbst gerne und viel auf Lesungen geht und die Bücher zum größten Teil persönlich verkauft. Denn um die Werbung müssen Sie sich in beiden Fällen selbst kümmern, die Bücher werden online gelistet und in allen Buchverkaufs-Plattformen verteilt, aber das ist es dann auch schon wieder.
Das gleiche gilt natürlich für Sachbuchautoren: Je mehr Sie selbst verkaufen, zum Beispiel bei Ihren Vorträgen, Seminaren oder Workshops, desto besser ist Ihr Buch für Book On Demand geeignet.
Aus eigener bitterer Erfahrung hier ein Tipp: Holen Sie sich Hilfe von einem Profi für den Upload und das Layout des Buchs! Ich habe mein erstes Buch selbst formatiert, layoutiert und hochgeladen und dabei so viele Anfängerfehler gemacht, dass ich schon einen Monat später eine korrigierte Version hochladen musste. Noch immer nicht perfekt, aber immerhin brauchbar. 😉

Ghostwriting- Lisa Keskin

Zusammenfassung

Vorteile von Book On Demand:

  • Kleinstauflagen möglich
  • Nachdruck auf Bestellung
  • Änderungen relativ einfach zu bewerkstelligen, man zahlt noch einmal die Gebühr von ca. € 40 (je nach BOD)
  • geringe Kosten

Nachteile von Book On Demand

  • Sie müssen sich selbst um die Werbung kümmern
  • kein Lektorat, keine Covergestaltung, kein Layout inkludiert

Was ist Book On Demand?

Aber was ist Book On Demand eigentlich? Es handelt sich hier nicht um einen Zuschuss-Verlag, sondern eigentlich, im Sinne des Wortes, um gar keinen Verlag. Eigentlich könnte man Book On Demand als erweiterte Online-Druckerei bezeichnen. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Buch auf Bestellung“ und das sagt uns eigentlich schon fast alles. Es handelt sich um ein spezielles Verfahren, das es ermöglicht, Bücher auch in kleiner und kleinster Auflage kostengünstig zu drucken.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Book On Demand zu nutzen. Wenn Sie als Autor zum Beispiel nur eine sehr kleine Auflage ohne ISBN herstellen lassen möchten, dann ist das hier möglich. Sie zahlen dann nur für jedes Buch, das Sie tatsächlich bestellen.
Wenn Sie BOD für gewerbliche Zwecke nutzen wollen, zahlen Sie einen kleinen Fixbetrag für die ISBN und sind damit auch automatisch im Online-Buchhandel gelistet, also in Amazon und Co.
So schlecht ist diese Methode nicht, denn sie vereint geringe Kosten mit einer gewissen Reichweite. Wermutstropfen fürs Ego: Bei den meisten Book On Demand-Verlagen ist es für Insider kein Geheimnis, dass Ihr Buch nicht von einem „richtigen“ Verlag gemacht wurde, Ihre Kunden dürfte dies jedoch – sofern das Buch hochwertig aussieht – nicht interessieren.

Eigenverlag: Sinnvoll oder riskant?

Abgesehen von der Version, das Buch über Book On Demand drucken zu lassen, haben Sie auch die Möglichkeit, das Buch komplett selbst zu verlegen. Dies erfordert die Lösung eines Gewerbescheins (freies Gewerbe) und sehr gute Kenntnisse in Schreiben, Layoutieren und Covergestaltung sowie die intensive Bewerbung des Produktes.
Sinnvoll ist der Eigenverlag dann, wenn Sie eine höhere Auflage brauchen (ab 500 Stück), die schon so gut wie verkauft oder – wenn Sie das Buch als Marketingmaßnahme sehen – verschenkt ist.
Wenn Sie die Erstellung eines Buches mit anderen Werbemaßnahmen vergleichen, so stecken Sie zwar mehr Zeit hinein und es ist auch nicht zwingend billig, aber auf der anderen Seite untermauert das Buch Ihren Expertenstatus, stärkt Ihre Positionierung und dient als Direktmarketingmaßnahme. Sie können es bei jedem Vortrag verkaufen oder an gute (potenzielle) Kunden verschenken. Sie können es Ihrer Speakermappe beilegen oder auf Ihrer Webseite präsentieren.
Es gibt Profis, die Sie beim Eigenverlag unterstützen. Was das kosten kann, sehen Sie hier.

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E-Book

Außer Konkurrenz sollte auch das E-Book nicht unerwähnt bleiben. Es ist ein tolles Marketinginstrument, schnell erstellt (wenn man weiß, wie) und kann zum Beispiel auch im Austausch gegen die Mailadresse eines Interessenten kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Formatiert kann man es als Kindle auf Amazon laden und so direkt und ohne Hilfe eines Verlags Geld verdienen.
Auch hier gilt: Reich wird man mit einem E-Book nicht. Aber es hat finanziell wesentlich größere Möglichkeiten als ein gedrucktes Buch, wenn man es klug anlegt.

Und wenn es nur darum geht, den eigenen Namen ein wenig bekannter zu machen, können Sie das Buch auch als Kindle Unlimited den Premium-Usern von Amazon kostenlos zur Verfügung stellen.

Fazit

Ein Buch zu schreiben – oder schreiben zu lassen – ist für einen Coach, Speaker oder Trainer eine fast unschlagbar gute Marketingmaßnahme.

Ob Sie einen renommierten Verlag finden, der Ihr Werk veröffentlicht (oder eben diesen mit einer Mindestabnahme ködern), ob Sie Ihr Buch komplett im Eigenverlag herausbringen oder ob Sie einen Mittelweg wählen, bleibt letztendlich Ihnen überlassen.

Dass Ihr Buch allerdings auch wirklich zu Ihrem Image beiträgt, setzt voraus, dass es gut und professionell gemacht ist.
Rechtschreib- und Grammatikfehler, unschönes Layout oder ein unprofessionell angefertigtes Cover machen unter Umständen die Arbeit von Wochen oder Jahren zunichte.
Welche Form entspricht Ihnen am meisten?
Wählen Sie weise.

Sollten Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Auswahl der für Sie richtigen Methode benötigen, kontaktieren Sie mich unverbindlich!

PS: Ist Ihnen aufgefallen, dass es mehr als 3 Möglichkeiten gibt, ein Buch zu veröffentlichen? 😉

Sie möchten Ihr Buch lieber in die Hände eines Profis geben? Kontaktieren Sie mich!

Lisa Keskin - Buch-Macherin und Ghostbloggerin

Lisa Keskin ist
Autorin, Ghostbloggerin
Buch-Macherin und
Schreibcoach

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