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Buch schreiben: Drei Wege zum eigenen Buch

Sie sind Speaker, Coach, Trainer, Berater oder Dienstleister? Vielleicht tragen Sie sich schon lange mit dem Gedanken, ein eigenes Buch zu schreiben – Ihr Kollege brüstet sich auf Facebook immer mit seinem neuesten Werk, und Ihre eigenen Gedanken und Entwürfe liegen vielleicht schon angerissen oder fast fertig sortiert in der Schreibtischschublade?
Und dann kommt der Gedanke: Ja, schreiben kann ich es vielleicht – alleine oder mit Hilfe eines Ghostwriters.
Aber was dann?
Wie kommt mein Buch auf den Markt?

Dafür gibt es 3 Lösungen, die ich Ihnen im Weiteren vorstellen möchte.
Und je nachdem, welcher Typ Sie sind, werden eine oder zwei davon für Sie interessant sein.

buch in landschaft

Ihr eigenes Buch: Mit Mythen aufräumen

Reich werden Sie mit Ihrem Buch alleine nicht. Soviel vorweg.
Wieso Sie dennoch weiterlesen sollten, ist schnell erklärt:
Gerade als Speaker, Coach, Trainer oder Berater hat Ihr eigenes Buch einen ganz anderen, sehr hohen Wert.
Doch dazu später.

Was verdient also ein Autor? Üblicherweise viel zu wenig, speziell, wenn man den enormen Zeitaufwand berücksichtigt, den man in ein wirklich gutes Buch investiert. Im deutschsprachigen Raum kann kaum ein Autor nur von seinen Buchveröffentlichungen leben. Selbst wenn Sie es schaffen sollten, einen Bestseller zu schreiben, wird von der Provision die Familie nicht satt.
Ausnahme: Sie schaffen es, Ihr Buch in mehrere Sprachen übersetzt zu bekommen, die Filmrechte gut zu verkaufen und dann noch einen Hype auszulösen wie zum Beispiel J.K. Rowling mit ihrem Harry Potter oder in unseren Breiten Thrillerautor Sebastian Fitzek.

Im Fach– und Sachbuchbereich werden ca. 10-15% des Netto-Ladenpreises als Provision bezahlt, bei reinen E-Book-Verlagen kann es schon mal wesentlich mehr sein. Aber so ein E-Book hat auch nicht das Renommee eines „richtigen“ Buchs.

Diese Angaben sind realistische Richtwerte. Sie sind jedoch nicht verbindlich und so kann je nach Finanzlage eines Verlags, dem Bekanntheitsgrad des Autors oder der Aktualität des Themas die Provision höher oder niedriger ausfallen. Die Provision wird zwischen Autor und Verlag vereinbart und im Verlagsvertrag schriftlich festgehalten.

Ihr eigenes Buch: Provisionen im Verlagswesen

Leider haben Sie hier allerdings als Erstlingsautor – sofern Sie nicht als Speaker schon einen wirklich großen Namen haben – keine guten Verhandlungskarten und müssen üblicherweise nehmen, was Ihnen angeboten wird. Oder eben nicht.

Bei den vielen seriösen Verlagen, die es glücklicherweise in der Branche gibt, können Sie davon ausgehen, dass man Sie nicht über den Tisch zieht. Und schon aus Eigeninteresse wird der Verlag sein Bestes tun, um Ihr Buch bekannt zu machen. Dazu gehören neben der Auslieferung an alle Buchhandlungen auch der Verkauf über diverse Online-Seiten wie Amazon und Co., die Veranstaltung von Lesungen, das Anlegen von Facebook-Fanseiten und vieles mehr.

Dies gilt jedoch leider nur für die großen Verlage – bei den unzähligen kleinen sind Sie meist auf sich allein gestellt, und alles, womit Sie wirklich rechnen können, ist eine Vorauszahlung in der Höhe von ein paar hundert – bei bekannteren Autoren auch ein paar tausend – Euro und der kostenlosen Veröffentlichung.

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Zusammenfassung
Wenn Sie an einen “guten” Verlag kommen wollen, brauchen Sie ein Exposé, Geduld und Glück.
Oder Sie garantieren eine Mindestabnahme von, sagen wir, 3000 Stück, die Sie dann selbst verkaufen und verschenken.

Der Verlag

An einen Verlagsvertrag zu kommen, ist nicht einfach – es ist sogar richtig schwer.
Selbst an einen kleinen Verlag, der kaum Werbung macht und sich um nichts anderes als den Druck und die Verteilung kümmert, kommt man als neuer Autor nicht leicht.
Und so manch einer hat schon bald 50 Exposés ausgeschickt und 30 Ablehnungen bekommen. Das heißt jedoch leider nicht, dass die anderen 20 Verlage interessiert sind – oftmals ist es so, dass dort so viele Exposés aufliegen, dass man mit der Bearbeitung nicht nachkommt.
Unmöglich jedoch ist nichts – und wenn Sie an einen renommierten Verlag wie Gabal oder Springer kommen, dann können Sie sich alle zehn Finger ablecken.
Eine Möglichkeit gibt es jedoch bei vielen großen Verlagen: Dass man nämlich als Autor eine Mindestabnahme garantiert, soll heißen, man kauft einen Teil der Auflage selbst. Was auf den ersten Blick nach einer Zumutung klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so übel.
Denn so haben Sie als Coach oder Speaker einen guten Verlagsnamen auf Ihrem Buch stehen. Und Sie verkaufen die Bücher ganz einfach bei Ihren Vorträgen oder legen Sie als Coach oder Trainer in Ihrer Praxis auf, verkaufen sie über Ihre Webseite oder schenken sie Ihren wirklich guten Kunden.

Zuschuss-Verlage: Verlag sucht Autor?

Bei Zuschuss-Verlagen trägt der Autor einen Teil der Herstellungskosten. Manchmal zahlt er sogar die gesamte Erstauflage selbst. Im Gegenzug sind die Honorare, die bezahlt werden, wesentlich höher.
Nämlich 30% vom Nettoladenpreis oder manchmal mehr.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt? Nein.
Tatsächlich klingt das zwar sehr gut, aber wenn das Buch nicht verkauft wird, dann gibt es auch kein Geld. Auf diese Art reduziert der Verlag das Risiko auf seiner Seite gegen Null und der Autor hat im schlimmsten Fall ein sehr teures Buch.
Das heißt, die Last, das Buch zu verlaufen, liegt beim Autor, denn der Verlag tut meist nicht viel. Es gibt hier allerdings auch durchaus rühmliche Ausnahmen, die professionell und mit Feuereifer Ihr Buch vermarkten.

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Zuschuss-Verlage: Für Coaches und Speaker brauchbar?

Wie erkennen Sie einen solchen „Verlag“? Ein Hinweis sind Anzeigen, in denen es heißt: „Verlag sucht Autor“, Anzeigen auf Google oder Facebook oder Werbemails. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass ein Verlag auf Sie oder einen anderen unbekannten Autor zukommt.
Wenn also die Suche allzu leicht ist, heißt es oft, ins Kleingedruckte zu schauen. Denn auf der Webseite finden Sie meist keinen Hinweis darauf, dass Sie für die Veröffentlichung zahlen müssen. Diese Verlage haben oft Namen, die sehr offiziell und vertrauenswürdig anmuten und sich nicht selten auf klassische Schriftsteller beziehen.

Selten finden Sie auf den Webseiten dieser Verlage einen Hinweis darauf, dass der Autor für die Veröffentlichung seines Buches überhaupt etwas zahlen muss — und schon gar nicht, wie hoch die Summe ist. Meinen Kunden und Kundinnen rate ich davon ab.

Was ist Book On Demand?

Es handelt sich bei Book On Demand nicht um einen Zuschuss-Verlag, sondern eigentlich, im Sinne des Wortes, um gar keinen Verlag. Eigentlich könnte man es als erweiterte Online-Druckerei bezeichnen. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Buch auf Bestellung“ und das sagt uns eigentlich schon fast alles. Es handelt sich um ein spezielles Verfahren, das es ermöglicht, Bücher auch in kleiner und kleinster Auflage kostengünstig zu drucken.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Book On Demand zu nutzen. Wenn Sie als Autor zum Beispiel nur eine sehr kleine Auflage ohne ISBN herstellen lassen möchten, dann ist das hier möglich. Sie zahlen dann nur für jedes Buch, das Sie tatsächlich bestellen.
Wenn Sie BOD für gewerbliche Zwecke nutzen wollen, zahlen Sie einen kleinen Fixbetrag für die ISBN und sind damit auch automatisch im Online-Buchhandel gelistet, also in Amazon und Co.
So schlecht ist diese Methode nicht, denn sie vereint geringe Kosten mit einer gewissen Reichweite.

Meine Empfehlung für Book on demand: Mymorawa

Auch ich habe mittlerweile viel und oft “on demand” produziert und bin dazu hauptsächlich auf die österreichische Firma Morawa umgestiegen, einen der größten Verteiler von Gedrucktem auf unserem Markt, der dazu noch über zahlreiche Filialen verfügt.

Ich bin einerseits von der unkomplizierten und unbürokratischen Umsetzung der Projekte beeindruckt, andererseits aber auch von den Extra-Möglichkeiten, die gerade im Bereich Speaking und Training unabdingbar sind. so können Sie hier um einen kleinen Betrag eine sogenannte “Verlagsfreiheit” kaufen, das heißt, dass Sie Ihr Buch zusätzlich zu den Exemplaren mit ISBN, die auf dem gesamten Buchmarkt verteilt werden, auch selbst drucken lassen können und so zu einem wesentlich günstigeren Preis für Ihre eigenen workshops und Vorträge zur Verfügung haben.

Außerdem ist in der sehr geringen Erstellungssumme für Ihr Buch ein kompletter Check inkludiert. Der Verlag hat offensichtlich Interesse daran, dass das Buch in einer entsprechenden Qualität geliefert werden kann und stellt daher ein Team zur Verfügung, das sich vor dem Druck die Aufbereitung, Cover, Layout etc. noch einmal ansieht.

Gerade für den unerfahrenen Autoren ist das eine geniale Möglichkeit, günstig und mit geringem Risiko ans erste Buch zu kommen.

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Zusammenfassung

Vorteile von Book On Demand:

  • Kleinstauflagen möglich
  • Nachdruck auf Bestellung
  • Änderungen relativ einfach zu bewerkstelligen, man zahlt noch einmal die Gebühr von ca. € 40 (je nach BOD)
  • geringe Kosten

Nachteile von Book On Demand

  • Sie müssen sich selbst um die Werbung kümmern
  • kein Lektorat, keine Covergestaltung, kein Layout inkludiert

Eine sehr spezielle Form von On Demand: Amazon KDP

Mit KDP (Kindle Direct Publishing) hat Amazon – egal, wie man zu diesem Unternehmen stehen mag – eine großartige Möglichkeit geschaffen, Ihr Buch kostenlos zu vermarkten.

Sie können es einerseits nur als Kindle-Edition einstellen, andererseits aber auch als Taschenbuch. Die Margen, die Ihnen bleiben, sind höher als irgendwo sonst und Sie haben die Möglichkeit, Ihr Buch auch zu einem stark vergünstigten Autorenpreis anzukaufen.

Zwei Nachteile hat dieses System allerdings:

  1. Ihr Buch ist ausschließlich über Amazon erhältlich, auch mit der ISBN ist es im Buchhandel nicht bestellbar.
  2. Die Druckqualität ist gut, aber nicht überragend. Die Farbechtheit, gerade bei größeren Flächen nicht gegeben. Ich habe 20 Exemplare eines roten Buches bestellt, von denen sich alle in der Intensität und Tönung ein wenig von den anderen unterscheiden. Wenn es nur um den Inhalt geht, ist das sicher kein Problem – wenn Sie jedoch etwas Hochwertigeres haben möchten, sind Sie woanders besser aufgehoben.

Wenn Sie mehr über Kindle Direct Publishing wissen möchten, empfehle ich übrigens Tom Oberbichler, der sich seit Jahren darauf spezialisiert hat.

E-Book

Außer Konkurrenz sollte auch das E-Book nicht unerwähnt bleiben. Es ist ein tolles Marketinginstrument und relativ schnell erstellt. Man kann es als Kindle auf Amazon KDP laden und so direkt und ohne Hilfe eines Verlags Geld verdienen.

Auch hier gilt: Reich wird man auch mit einem E-Book allein nicht. Dennoch hat es finanziell wesentlich größere Möglichkeiten als ein gedrucktes Buch, wenn man es klug anlegt. Und die Margen sind verhältnismäßig höher, weil die Druckkosten wegfallen.

Sie können das Buch übrigens auch als Kindle Unlimited den Premium-Usern von Amazon kostenlos zur Verfügung stellen und so Ihre Reichweite enorm erhöhen.

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Fazit

Ein Buch zu schreiben – oder schreiben zu lassen – ist für einen Coach, Speaker oder Trainer eine fast unschlagbar gute Marketingmaßnahme.

Ob Sie einen renommierten Verlag finden, der Ihr Werk veröffentlicht (oder eben diesen mit einer Mindestabnahme ködern), ob Sie Ihr Buch komplett im Eigenverlag herausbringen oder ob Sie einen Mittelweg wählen, bleibt letztendlich Ihnen überlassen.

Dass Ihr Buch allerdings auch wirklich zu Ihrem Image beiträgt, setzt voraus, dass es gut und professionell gemacht ist.
Rechtschreib- und Grammatikfehler, unschönes Layout oder ein unprofessionell angefertigtes Cover machen unter Umständen die Arbeit von Wochen oder Jahren zunichte.
Welche Form entspricht Ihnen am meisten?
Wählen Sie weise.

Sollten Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Auswahl der für Sie richtigen Methode benötigen, kontaktieren Sie mich unverbindlich!

PS: Ist Ihnen aufgefallen, dass es mehr als 3 Möglichkeiten gibt, ein Buch zu veröffentlichen? ;-)

Sie möchten Ihr Buch lieber in die Hände eines Profis geben? Kontaktieren Sie mich!

Lisa Keskin

Lisa Keskin ist
Autorin, Ghostbloggerin
Buch-Macherin und
Schreibcoach

Ich freu mich über Ihre Nachricht!

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