Jetzt steht das Manuskript – und nun?

Und dann ist es fertig, dein Buch. Du hast jede Menge Hirnschmalz reingesteckt, dich vielleicht sogar von einem Buchcoach oder Ghostwriter unterstützen lassen. Oder dich selbst auf deinen Popsch gesetzt und geschrieben wie eine Besessene.

Verlag? Self Publishing? Oder ganz was anderes?

Diese Frage stellen sich viele Autorinnen erst, wenn es eigentlich schon zu spät für diese Überlegungen ist. Ja, manche Verlagsagenten nehmen dich auch mit einem fertigen Manuskript. Aber bedenke, dass jeder Verlag andere Vorgaben hat und du dein Werk wahrscheinlich massiv überarbeiten (oder erweitern oder, noch schlimmer, kürzen!) wirst müssen.

Also wie jetzt? Self Publishing? Aber das ist doch … macht man das? Ist das professionell? Und überhaupt!

Also, aus meiner Erfahrung – und es sind immerhin weit über 100 Bücher, die ich in den letzten Jahren in die (online) Buchhandlung begleiten durfte – ist an einem GUTEN On Demand-Verlag nix Verwerfliches. Im Gegenteil! Ich habe sogar die Bücher einiger Promis und anderer maßgeblicher Menschen auf diesem Weg rausgebracht!

Worauf du bei der Entscheidung bez. Veröffentlichung achten solltest:

Für welchen Markt ist dein Buch in erster Linie gedacht?

  • Einerseits: Österreich/Deutschland? Auch Schweiz? Übersee?
    • Achte auf jeden Fall darauf, dass der Verlag deiner Wahl auch dorthin ausliefert, wo dein Markt ist! Das ist gerade bei der Schweiz als Nicht-EU-Land nicht immer gegeben.
  • Andererseits: Wer soll oder wird es wo kaufen?
    Wirst du es eher zu deinen Vorträgen / Workshops mitnehmen oder soll es in erster Linie bestellt werden?

Wie soll dein Buch aussehen?

  • Wenn du spezielle Wünsche bezüglich Layout und Wording hast, bist du sicher mit einem On Demand-Verlag wie der Buchschmiede besser dran – traditionelle Verlage sind da meist sehr … nun ja traditionell. ;-)
  • Sollten die Wünsche allerdings sehr spezifisch sein, was Material oder Cover betrifft, musst du möglicherweise auf noch eine andere Option ausweichen: Druckereien, die auch Vertrieb machen.
    Wenn du also unbedingt ein Taschenbuch mit Klappen, ein Cover mit Prägung oder Stanzung oder gar Duftlack möchtest, dann bist du am besten beraten, nochmal ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und dich z. B. an CPI-Druck zu wenden.
    Vorteil: Dort kannst du bei Bedarf auch gleich extra Inlays, Lesezeichen oder andere Materialien drucken lassen, die dem Buch im Direktversand beigelegt werden können.
  • Wenn es in erster Linie schnell und billig sein soll, rate ich dir zu Amazon KDP Publishing, wo mittlerweile auch Taschenbücher und Hardcover zu erstellen sind. Du darfst halt keine hohen Ansprüche an die Druckqualität stellen – die kann durchaus schwanken. Und denk daran, dass in der klassischen Amazon-Einstellung (also mit der ISBN, die dir von Amazon vorgegeben wird) dein Buch im Buchhandel nicht erhältlich ist. Wenn du im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) aufscheinen möchtest, dann musst du deine eigene ISBN kaufen und entsprechend registrieren lassen.

Was planst du mit deinem Buch?

  • Wenn das Buch lediglich im Handel erhältlich sein soll, dann mach dich ruhig auf die Suche nach einem traditionellen Verlag, so du das möchtest und es dir wichtig ist.
  • Wenn du jedoch dein Buch auch selbst verkaufen möchtest – bei deinen Vorträgen, Workshops, etc., dann ist es gut, wenn du von deinem Buch relativ günstig Autorinnenexemplare beziehen kannst. Hier hat Amazon die Nase vorne, allerdings … siehe oben. Bei manchen On-Demand-Verlagen gibt es Autorenexemplare recht günstig, im traditionellen Verlagsbusiness sind sie meist sehr teuer.

Wie bewirbst du dein Buch?

Viele Menschen denken, dass ein traditioneller Verlag jede Menge Werbung für ihr Buch macht, sie auf Buchmessen etc. schickt und sie promotet. Sorry, das ist in den meisten Fällen ein Irrglaube. Ich sage nicht, dass es nie passiert, aber die Norm ist es beileibe nicht. Das heißt: Auf welchem Weg auch immer du dein Buch veröffentlichst, du musst etwas unternehmen, um es bekannt zu machen.

“Ich hab ein Buch geschrieben, jetzt kann ich mir einen Ponyhof kaufen!“

Ich mein es nicht bös, aber nein, so läuft das nicht. Wenn das Buch fertig ist, beginnt die Arbeit erst! Bei manchen läuft das super: Ich habe Kund:innen, die fast 40.000. Euro in ihr Buch investiert haben (nein, nicht alles in mich, leider ;-) ) und nach einem halben Jahr alles wieder herinnen hatten. Natürlich nicht mit dem Buchverkauf, sondern … ach, das hab ich doch schon geschrieben, das kannst du hier nachlesen! Und das sind keine Einzelfälle. Ich sag immer, ich bin ein bisschen wie die Kaninchenpfote für meine Kund:innen … ich bringe Glück und Erfolg. Allerdings nur, wenn sie mitarbeiten. ;-)

Andere wiederum nehmen das gute Stück … und lehnen sich zurück. Komischerweise hört man von diesen Büchern nie wieder was. Was enorm schade ist. Und zwar egal, ob du dir Ghostwriter, Lektorat, Layout und Covergestaltung etc. geleistet hast oder „nur“ wertvolle Lebenszeit investiert hast.

Dein Weg zur Veröffentlichung

Wie dein Weg aussieht, kannst du selbst entscheiden. Wenn du es nicht kannst, frag andere um Rat, die es wissen. Aber galoppiere nicht blindlings voran – dort könnte ein Abgrund lauern. Überleg dir, welcher Weg für dich passt, was du brauchst, was du gerne hättest und was ein Nice-to-have ist. Dann entscheide dich.

Tipp am Rande: Was du meiden solltest – und zwar unter allen Umständen – sind sogenannte Druckkostenzuschuss-Verlage. Um das, was du dort bezahlst, kannst du dein Buch lektorieren, layouten und herausgeben lassen – und noch einen kleinen Urlaub machen. Ich halte es da mit Woody Allen:

“I’d never join a club that would allow a person like me to become a member.” „Ein Club der mich als Mitglied möchte, dem würde ich niemals beitreten!“ Das Gleiche gilt für Verlage, die dir sagen, dass sie genau dich suchen. Sei auf der Hut und erkundige dich, bevor du in der ersten Euphorie ja sagst zu etwas, das dir nichts bringt!

Lisa Keskin ist
Autorin, BuchMacherin,
Leiterin der Ghostwriting Academy
und  Schreibcoach

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