Wie fange ich an?
Kennst du das?
Du hast unglaublich viele Ideen. Vielleicht sogar schon eine konkrete Buchidee. Eventuell gibt es sogar schon einen Titel und du weißt grob, worum es gehen soll. Und trotzdem schaffst du es nicht, anzufangen.
Du sitzt vor dem weißen Bildschirm. Starrst ihn an.
Und was macht er?
Er starrt zurück.
Großartig.
Das ist weiter verbreitet, als du denkst. Und es hat weniger mit fehlendem Talent zu tun, als viele glauben. Meist fehlt nicht die Idee, sondern ein klarer Einstieg.
Wie kannst du am besten mit deinem Buch anfangen?
Einfach drauflos schreiben
Ja, das ist eine Möglichkeit. Und manchmal funktioniert sie sogar.
Du setzt dich hin, schreibst einfach los, entwirfst erste Texte und schaust, was passiert.
Das kann helfen, um ins Schreiben zu kommen. Es ist aber oft mehr Arbeit als nötig wäre. Viele schreiben sich dabei in Sackgassen, verlieren den Überblick oder schreiben später große Teile wieder um. Du kannst es dir tatsächlich leichter machen.
Vorher plotten
Plotten bedeutet, dass du dir vorab überlegst, worum es in deinem Buch gehen soll. In groben Zügen, noch nicht im Detail.
Wenn du einen Roman oder einen Krimi schreibst, hilft es enorm, dir zuerst zu überlegen:
- Wer sind deine Hauptfiguren?
- Was tun sie?
- Wo beginnt die Geschichte?
Ein Buch lebt von Spannung. Und Spannung entsteht nicht zufällig, sondern durch Struktur.
Die Struktur
Wenn du dir ein grobes Gerüst gebaut hast, fällt es dir deutlich leichter, deine Ideen, Szenen und Gedanken dort einzuordnen.
Gerade bei Sachbüchern und Ratgebern ist eine Struktur besonders wichtig.
- Worum geht es konkret?
- Wo liegt die Problemstellung?
- Warum bist du die richtige Person, um darüber zu schreiben?
- Was ist deine Erfahrung, was ist deine Expertise?
Danach geht es darum, das was du sagen willst, in ein schönen Spannungsbogen einzubauen. So entsteht ein roter Faden von Anfang bis Ende. Auch ein Sachbuch darf übrigens erzählerisch sein. Es darf einen Weg haben, dem man gerne folgt.
Für wen schreibst du?
Bitte, sag jetzt nicht: „Für alle!“, sonst muss ich dich schlagen!
Im Ernst: Das versuchen viele, doch es gelingt fast nie.
Ja, ich weiß, auch die Bibel ist „für alle“ geschrieben. Die war damals allerdings auch das einzige Buch auf dem Markt. Das macht es deutlich einfacher.
Überleg dir stattdessen:
Wen soll dein Buch wirklich ansprechen?
Und damit meine ich nicht Zielgruppenbeschreibungen wie „Frauen um die vierzig mit zwei kleinen Hunden“.
Mich interessiert viel mehr:
- Wie ticken diese Menschen?
- Sind sie eher ruhig oder eher wild?
- Lustig, ernst, melancholisch?
- Welche Themen beschäftigen sie?
- Welche Probleme oder Fragen haben sie gerade?
Je genauer du das weißt, desto leichter wird dir das Schreiben fallen. Und desto klarer wird dein Ton.
Diesen Schritt würde ich niemals überspringen. Wenn du das alles erst nachträglich reparieren musst, wird es mühsam. Ohne Zielgruppe fühlt sich dein Buch an wie ein Ruf auf einem großen Platz, bei dem sich niemand angesprochen fühlt.
Ein Buch muss berühren. Und dafür muss man sich gemeint fühlen.
Die Timeline
Nein, du brauchst nicht zwingend einen strengen Zeitplan.
Aber es kann sehr hilfreich sein, dir zu überlegen, wann du was machen möchtest, um fertig zu werden.
Wie oft willst du schreiben?
Wie viel Zeit kannst du realistisch investieren?
Viele kommen besser ins Tun, wenn sie vorab Klarheit schaffen. Nicht als Druckmittel, sondern als Orientierung.
Veröffentlichung und Co.
Ich weiß, wie das jetzt klingt. Du hast noch nicht einmal angefangen zu schreiben, und ich rede schon über Veröffentlichung. Aber genau das kann eine große Motivation sein, weil es Klarheit schafft und ein Ziel, das du vor Augen hast.
Viele Autorinnen und Autoren haben die Sorge, dass ihr Buch am Ende in einer Schublade verschwindet, weil kein Verlag Interesse hat. Diese Angst ist heute kaum noch notwendig.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Buch selbst zu veröffentlichen. Zum Beispiel über Plattformen wie Wattpad, wo Texte in kleinen Portionen erscheinen. Oder über Kindle Direct Publishing, kurz KDP. Oder über Hybridverlage wie die Buchschmiede, BoD oder Tredition.
Natürlich kannst du dich auch an klassische Verlage wenden. Das ist ein eigenes Thema. Für manche ist allein die Vorstellung einer Veröffentlichung schon der entscheidende Impuls, um endlich anzufangen.
Manchen hilft es auch, sich rechtzeitig zu überlegen, wer später korrekturliest, wer den Buchsatz und die Covergestaltung übernimmt oder wie das Buch aussehen soll. Wenn dich genau diese offenen Fragen blockieren, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und sie zu lösen.
Und wenn du magst, reden wir einfach darüber.
Ich kann dir dazu viel erzählen.
Oder du stöberst noch ein bisschen in meinem Blog.
Hauptsache, du fängst an.